Die Eingliederungshilfe steht unter erheblichem strukturellem Druck. Fachkräftemangel, steigende organisatorische Anforderungen und eine zunehmende Komplexität der Unterstützung im Alltag binden personelle Ressourcen und reduzieren die Zeit für direkte Assistenz. Gleichzeitig sind digitale Unterstützungsangebote für Menschen mit kognitiven oder sprachlichen Beeinträchtigungen bislang kaum verfügbar. Digitale Teilhabe bleibt dadurch vielfach ausgeschlossen.
Das Projekt LWL-i setzt hier an und entwickelt erstmals eine sprachbasierte, KI-gestützte Avatar-Lösung für Menschen mit Behinderungen. Der Avatar ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen, beantwortet wiederkehrende Alltagsfragen und unterstützt bei der Orientierung und Tagesstruktur. Ergänzt wird die Lösung durch eine Mitarbeiter:innen-App mit Dashboard, die Informationen bündelt, Kommunikation strukturiert und teamübergreifend verfügbar macht. Ziel ist eine spürbare Entlastung der Mitarbeitenden bei gleichzeitiger Stärkung der Selbstständigkeit der Leistungsberechtigten.
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz erfolgt verantwortungsvoll und klar begrenzt. Digitale Lösungen ersetzen keine persönlichen Beziehungen, sondern schaffen Freiräume für qualifizierte Assistenz. Selbstbestimmung, Würde, Datenschutz und Transparenz stehen dabei im Mittelpunkt. Leistungsberechtigte und Mitarbeitende werden von Beginn an aktiv einbezogen und durch eine Ethik-Kommission begleitet.
Das Projekt ist in vier Phasen gegliedert: Anforderungsanalyse, Entwicklung, Pilotierung und Evaluation. Die Erprobung erfolgt in einer besonderen Wohnform des LWL-Wohnverbunds Warstein. Technologisch wird LWL-i von spezialisierten Partner:innen umgesetzt und eng mit den bestehenden Systemen des LWL verzahnt.
LWL-i stärkt die digitale Teilhabe, erhöht die Qualität der Assistenz und besitzt ein hohes Transferpotenzial. Die Lösung ist auf eine nachhaltige Integration in bestehende Regelstrukturen ausgelegt und leistet damit einen konkreten Beitrag zur zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe.
Foto: KI generiert