Der Ratgeber „Rechte haben – Recht kriegen“ unterstützt seit fast dreißig Jahren junge Menschen in der Kinder- und Jugendhilfe bei der Wahrnehmung ihrer Rechte. Durch das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz und die verbindliche Verankerung von Inklusion im Sozialgesetzbuch VIII besteht erheblicher Aktualisierungsbedarf. Ziel des Projekts ist es, den Ratgeber grundlegend zu überarbeiten, rechtlich zu aktualisieren, barrierearm zu gestalten und inklusiv neu auszurichten.
Das Projekt vermittelt die Rechte von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen verständlich, praxisnah und niedrigschwellig. Ein besonderer Fokus liegt auf jungen Menschen mit Behinderungen, deren Zugang zu Informationen und Beratung bislang strukturell erschwert ist.
Die Inhalte werden in verschiedenen Formaten umgesetzt. Neben einer Print- und Digitalfassung sind – abhängig von den Interessen der mitwirkenden jungen Menschen – beispielsweise eine Website, ein Kartenset, Erklärvideos und Podcasts vorgesehen. Zentrale Inhalte werden zusätzlich in Leichter Sprache und barrierearmen Medien aufbereitet.
Ein beteiligungsorientierter Ansatz prägt das gesamte Projekt. Junge Menschen mit und ohne Behinderungen wirken aktiv an der Entwicklung, der Sprache und der Gestaltung der Inhalte mit. Fachliche Expertise aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe, von Selbstvertretungen und im Bereich Barrierefreiheit sichert die Qualität und Anschlussfähigkeit des Ratgebers.
Westfalen-Lippe dient als Pilot- und Transferregion mit bundesweiter Ausstrahlung über die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter.
Das Projekt stärkt die nachhaltige Vermittlung von Rechten. Fachkräfte und Einrichtungen erhalten praxistaugliche Impulse und Ansätze für die Umsetzung von Beteiligung und Inklusion. Die Ergebnisse sind bundesweit einsetzbar, langfristig verfügbar und strukturell in Fachpraxis und Netzwerke eingebunden.