Das Projekt „Selbstständig mobil – E-Mofa-Training“ erprobt ein praxisorientiertes Qualifizierungsangebot, das Schüler:innen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung neue Wege zu einer eigenständigen Fortbewegung eröffnet. Nach dem Schulabschluss stoßen junge Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen häufig auf erhebliche Mobilitätsbarrieren, da insbesondere in ländlicheren Räumen der öffentliche Nahverkehr unzureichend ausgebaut ist. Dies führt zu einer dauerhaften Abhängigkeit von Fahrdiensten oder dem Elternhaus und erschwert den Einstieg in den Arbeitsmarkt.
Mit einem maßgeschneiderten Trainingskonzept baut das Vorhaben gezielt notwendige Fahrkompetenzen auf, um die Jugendlichen optimal auf den Übergang in den Beruf und ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten.
Der Fokus liegt auf einem aktiven und geschützten Lernprozess, bei dem die Jugendlichen den Verkehrsalltag Schritt für Schritt kennenlernen und bewältigen. In modular aufgebauten Einheiten werden theoretische Grundlagen mithilfe zielgruppengerechter Lernmaterialien vermittelt und durch praktische Fahrübungen auf einem Parcours vertieft.
Ein besonderer Meilenstein ist die Möglichkeit, die offizielle Mofaprüfbescheinigung zu erwerben. Die Vorbereitung erfolgt zunächst in einem geschützten und vertrauten schulischen Rahmen und wird kontinuierlich durch eine den Jugendlichen bekannte Lehrkraft begleitet. Dadurch können Lerninhalte, Übungsumfang und Lerntempo gezielt an die individuellen Voraussetzungen und spezifischen Unterstützungsbedarfe der Schüler:innen angepasst werden.
So können Sicherheit, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein schrittweise aufgebaut und die Jugendlichen individuell auf eine möglichst selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr vorbereitet werden.
Die Umsetzung gliedert sich in die Anschaffung der Fahrzeuge, eine individuelle Bedarfsanalyse der Jugendlichen sowie die anschließende Schulungs- und Prüfungsphase. Das Projekt wird vollständig durch Eigenleistung einer Lehrkraft der Gustav-Heinemann-Schule getragen. Dadurch wird eine kontinuierliche Betreuung und die direkte Einbindung des Angebots in den Schulalltag ermöglicht.
Nach der Pilotphase wird das Mobilitätsangebot dauerhaft im Schulalltag verankert. Die Trainingsmodule werden in das Curriculum der Sekundarstufe II integriert und die angeschafften Fahrzeuge stehen auch für nachfolgende Jahrgänge zur Verfügung.
Darüber hinaus werden die gesammelten Erfahrungen als übertragbares Konzept aufbereitet, sodass auch andere Förderschulen von den Erkenntnissen und Erfahrungen des Projekts profitieren können.
Foto: KI generiert