Am 14.01.2026 wurde die Pilotdurchführung des Kursangebotes „HospInk-Hospizbegleitung Inklusiv“ mit einem feierlichen Abschlussfest beendet.
10 Personen mit kognitiver Beeinträchtigung nahmen vom 12.06.2025 bis zum 14.01.2026 im Rahmen des durch die LWL-Sozialstiftung geförderten Forschungsprojektes „HospInk“ an diesem Kurs in der Kolping-Bildungsstätte Coesfeld teil. In 93 Unterrichtseinheiten an 12 Tagen, verteilt auf 5 Blöcke qualifizierten sie sich für die Tätigkeit als Ehrenamtliche Hospizbegleitungen. Alle Anwesenden, von der Vertreterin der LWL-Sozialstiftung, dem Forschungsteam, den Praxisvertreter*innen bis hin zu Unterstützungspersonen und Angehörigen konnten Zeug*innen davon sein, was die Gruppe erreicht hat und wie den Teilnehmenden feierlich die Abschlussbescheinigung übergeben wurde.
Das Gemeinschaftsgefühl war deutlich zu spüren. „Wir haben uns alle geholfen und stark getragen“, beschrieb ein Teilnehmender als wichtigste Erkenntnis in dem Abschlussritual. „Wir haben geweint, weil das Sterben ein schweres Thema ist, aber auch viel gelacht“, ergänzte eine Teilnehmerin.
Das Curriculum von HospInk orientiert sich mit seinen Inhalten eng an der Rahmenempfehlung des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV) und wurde methodisch an die Zielgruppe angepasst. Während des Abschlussfestes konnten die Kursthemen von den Teilnehmenden in einer Ausstellung den Anwesenden gezeigt werden.
Für die Entwicklung des finalen Curriculums ist die Berücksichtigung der Perspektive der Teilnehmenden besonders wichtig. Daher wurden die Teilnehmenden nach jedem Block in Evaluationsgesprächen um ihre Rückmeldung zu Inhalten des Kurses und zu Rahmenbedingungen der Durchführung gebeten. „Wir konnten sagen, was uns gefällt und was nicht, dadurch wurde der Kurs und unsere Gruppe immer besser“. Dies hat nicht nur maßgeblich zur Qualität des Curriculums beigetragen, sondern bestärkte die Teilnehmenden in ihrem Selbstwirksamkeitserleben. Inhaltliche Bausteine, die zu Beginn eine große Herausforderung darstellten, wurden entsprechend angepasst und wurden zum Abschluss von den Teilnehmenden als hilfreich und sinnvoll betrachtet, um sich mit den Fragen in der Begleitung von Menschen am Lebensende auseinanderzusetzen.
Die erfolgreiche Durchführung des Kurses verdeutlicht die Tragfähigkeit der Projektidee und bestätigt damit die Grundidee: Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung möchten sich auch mit den schwierigen Fragen des Sterbens auseinandersetzen, um andere Menschen in der letzten Lebensphase gut begleiten zu können. Die Teilnehmenden wünschen sich weitere Bildungsangebote und möchten sich in der ehrenamtlichen Hospizbewegung engagieren. Für die Weiterentwicklung einer partizipativen Hospizkultur bedarf es jedoch nicht nur der Veröffentlichung eines zielgruppenangepassten Curriculums, sondern auch einer inklusiven Gestaltung bestehender Angebote und der Förderung von Teilhaberechten von Bildungsstätten, ambulanten Hospizdiensten und Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Eine inklusive Ausrichtung hospizlicher Arbeit stellt ein großes Potential dar – auch im Sinne der Idee, dass alle Menschen in ihrem sozialen Umfeld als „Caring Community“ wechselseitig unterstützen und bereichern.
Autorin: Jenni Walther, M.A.